Das Vier-Sterne Danubius Hotel Gellért ist eine der ehrenreichsten, getrübten Hotels der ungarischen Hauptstadt. Es liegt in einer malerischen Umgebung an der offenen Seite des Donau-Ufers, am Fuß des Gellértberges. Von der Innenstadt ist das Hotel auch leicht erreichbar, man braucht nur eine der schönsten Brücken von Budapest, die Freiheitsbrücke überqueren.
Heiliger Gellért, Bischof und Schutzpatron von Budapest
In zahlreichen Enzyklopädien, Reise-, Geschichts- und Gebetbüchern ist der Name des venezianischen Benediktiners, der an der Wende des 10. und 11. Jahrhunderts lebte, erwähnt. Von dem Mönch, der in 1046 für sein Glauben an Martertod gestorben war, bekam später sowohl der Gellértberg als auch das Hotel seinen Namen. Seit 1904 bewahrt eine Statue das Gedächtnis des Schutzpatrons von Budapest über dem Wasserfall bei dem offenen Brückenkopf der Elisabethbrücke.
Gellért war um 980 in einer reichen italienischen Familie in Venedig geboren. Der in den derzeitigen Wissenschaften erfahrene Benediktinermönch wollte nach der Legende das Heilige Land erreichen, wegen des Rufes eines ungarischen Benediktiners kam er aber nach Ungarn. Nach anderen geschichtlichen Quellen begann er auf Wunsch des heiligen Königs, Stephan in der ungarischen Heimat Missionärtätigkeiten auszuführen. Später wurde er Lehrer und Erzieher von Stephans Sohn, Emmerich und ab 1030 gründete er als Bischof von Marosvár (Hauptsitz dem damaligen Komitat Csanád) den lokalen Dom und den Mönchskloster. Nach dem Tod von König Stephan in 1038 lebte Gellért sehr zurückgezogen. Gemäß der Legende starb er in 1046, da er in einem Fass geschlossen von heidnischen, gegen das Christentum aufgebäumten Ungarn vom Kelenberg in die Donau hinuntergestürzt wurde. Der Bischof wurde im Jahr 1083 mit König Stephan und Herzog Emmerich heiliggesprochen.
Der Gellértberg
Der Gellértberg ist ein von den repräsentativsten Sehenswürdigkeiten der ungarischen Hauptstadt, woher sich eine atemberaubende Aussicht auf Budapest öffnet. Der 235m hohe Berg befindet sich im XI. Bezirk; es ist sowohl an geschichtlichen als auch an natürlichen Werten reich, deswegen konnte es sich zu einem beliebten Ausflugsort aufwachsen. Der oft als Edelstein von Budapest erwähnte Gellértberg gehört seit 1987 mit dem umliegenden Naturschutzgebiet zu dem Weltkulturerbe.
Auf der Spitze des Gellértberges liegt ein berühmtes geschichtliches Denkmal, namens Citadella, das den Freiheitskampf von 1848-49 gedenkt. Die Festung wurde zwischen 1850 und 1854 nach der Niederschlagung der Revolution auf dem Befehl von Haynau gebaut, um von dort an die Stadt und die aufständischen Ungarn beobachten zu können. Das Festungswerk ist heute eine touristische Sehenswürdigkeit, so wie die Freiheitsstatue, die die Ungarn auf die Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft erinnert. Die Skulptur wurde von Zsigmond Kisfaludy Strobl angefertigt.
Der Gellértberg bewahrt zahlreiche geschützte, natürliche Werte. Hervorragend ist seine geologische Bedeutung; wegen den Bruchlinien an den Füßen des Berges konnten sämtliche Thermalquellen entstehen, wie die Matthias, Rákóczi, oder die Árpád Quelle. Geschützt sind noch in dieser Gegend die Stephan Höhle mit ihrer Felsenkapelle und die Quellenhöhlen des Gellért und des Rudas Bades.
Die Heilige Gellért Felsenkapelle ist ein nationaler Schrein in Budapest. Sie besteht aus zwei Teilen: aus einer oberen, uralten Höhlenformation (Heiliger Ivan Höhle, später Lourdes Höhle) und aus einem unteren, sich in der Mitte des Berges befindlichen, künstlich gestalteten Felsenhöhlensystem. Die Temperatur ist sowohl im Sommer als auch im Winter 21ºC in diesen Höhlen. Die Felsenkapelle wurde von dem einzigen ungarisch gegründeten Mönchsorden, von den Paulinern in 1926 in den Höhlengängen eingerichtet. Diese natürlichen Gänge, die in der Nähe der südlichen Füße des Berges liegen, wurden nach den Plänen von Kálmán Lux auf Muster der französischen Lourdes Höhle zur Kirche umgebildet. Die kommunistische Administration legte aber die Funktion des Ordens am Ende der 1950-er Jahre still und der Eingang wurde eingemauert. An der Stelle der Kirche wurde eine Karstwasser-Beobachtungsstelle ausgebildet und das Kloster wurde als Internat des Staatlichen Ballettinstitutes genutzt. Am 27. August 1989 wurde die Kirche und das Kloster neu geöffnet. Aus der Kirche kann man durch die Heilige Stephan Kapelle ins Kloster gelangen, wo die schöne Holzschnitzarbeit von Béla Ferenc sichtbar ist. In der Felsenkapelle ist das Wadenbein des Heiligen Paulus des Ersten Eremiten, ein von den wertvollsten Reliquien des Paulinerordens aufbewahrt. Der Altar der Kirche wurde in der Zsolnay Fabrik in Fünfkirchen (Pécs) angefertigt.
Die Geschichte des Hotels Gellért und des Heilbades
Von der Badekultur derjenigen Ungarn, die nach den Wanderungen ins Karpatenbecken angesiedelt hatten, weiß man sehr wenig. Nach einigen Chroniken waren die offener Heilquellen unter den Königen der Árpáden Herrscherfamilie schon bekannt und aus einem Dokument des Jahres 1178 ging hervor, dass auch ein Krankenhaus an den Füßen des Gellértberges dank des Johanniterordens gegründet wurde. Die zweite Blütezeit der offenen Badekultur fällt auf die 150 Jahre lang dauernde, traurige Periode der Türkenherrschaft. Das Gellért Bad wurde in dieser Zeit „Ácsik Ilidzsák“ oder anders gesagt offenes Thermalbad genannt. Nach anderen Traditionen trug dieser Ort den Namen Aga Bad oder Jungfrauenbad. Nach der Türkenherrschaft hatte das Bad mehrere Eigentümer. In einem deutschsprachigen Reisebuch aus dem Jahr 1827 kann man darüber lesen, dass dem Bad auch Unterkunftsmöglichkeiten gehörten und in 1832 begann man zum ersten Mal an jener Stelle ein größeres Hotel mit Bad zu bauen. Im 19. Jahrhundert erwähnte man den Ort als Schlammbad, da der dort angehäufte Schlamm mit seiner heilenden Kraft, Quantität und Sauberkeit alle in offen befindlichen Bädern überstieg. Man hielt in dieser Zeit das Schlammbad einem anerkannten, bequemen und in gutem Zustand seienden Bad und Hotelgebäude, der Schlamm wurde aber leider während der Jahre aufgebraucht.
Im Jahr 1894 begannen die Bauarbeiten der Franz Joseph Brücke (heute Freiheitsbrücke) und damit parallel die Umstrukturierung des Gellért Platzes. Schon ab 1911 beschäftigte man sich mit dem Aufbau des Heiligen Gellért Hotels und Heilbades, wegen des I. Weltkrieges sollte man aber mit der Arbeit aufhören. Das Hotel wurde endlich im September 1918 in dem eleganten, Jugendstil der damaligen Palast Hotels eröffnet.

Das jahrzehntelang traditionsreiche, getrübte Hotel Gellért ist auch heute ein Symbol für Budapest. Das Gebäude wurde nach den Plänen von Ármin Hegedűs, Artúr Sebestyén und Izidor Sterk aufgebaut, derer Arbeit durch die Werke von Ödön Lechner stark beeinflusst war.
Über dem charakteristischen Portal des Hotels stellen sich die Reliefarbeiten von Aladár Gárdos in einer Reihe auf und der Eingang des Bades ist mit monumentalen, Heilung symbolisierenden Statuen verschönert.
Das vierstöckige Hotel hatte bei der Eröffnung insgesamt 176 Zimmer. Die Suiten wurden damals sowohl mit Leitungs- als auch mit Thermal- und kohlensaueres Wasser anbietenden Badezimmern versehen. Kurz nach der Übergabe des Frauen- und Männerbades, am 31. Oktober 1918 brach die sogenannte Asterrevolution aus und bis Ende 1919 nahm man das Hotel ausschließlich für militärische Zwecke in Anspruch.
Nach der Normalisierung der politischen und gesellschaftlichen Lage konnte das Hotel und das Bad ihre Türe für die bürgerliche Bevölkerung neu eröffnen. Zwischen den zwei Weltkriegen konnte das Hotel mit seinen großartigen, inneren Räumen, Terrassen und Becken schnell zum Zentrum des hauptstädtischen gesellschaftlichen Lebens werden. Am 1. Oktober 1921 gab Budapest dem internationalen Kongress für Hotels Zuhause. In dieser Zeit übernachteten neben dem ungarischen Gouverneur und den respektiven ungarischen Kabinettsmitgliedern solche weltberühmten Persönlichkeiten im Hotel Gellért, wie die Erzherzöge und Erzherzoginnen der europäischen Königshäuser, Bürgermeister, Maharadschas, Dichter, Künstler und Millionäre. Juliana, Königin der Niederlande verbrachte ihre Flitterwochen hier.
In 1927 wurden das nach den Plänen von Artúr Sebestyén angefertigte Wellenbad und 60 weitere neue Zimmer übergegeben. Das Wellenbad emittiert mit der ursprünglichen Einrichtung bis zum heutigen Tag angenehme Wellen. In 1933 begann man mit der Umwandlung des Wintergartens und ein Jahr später wurde dort das Sprudelbad auch eröffnet.

Die Restaurants des Hotels wurden schon von Anfang an für herausragende, renommierte Fachleute verpachtet. Ab 1927 erhielt Károly Gundel die Rechte für die Pacht. Dank der zwanzigjährigen Tätigkeit der Familie Gundel, konnte sich das Hotel Gellért zwischen den weltberühmten Grand Hotels placieren. Die hier organisierten, eleganten Veranstaltungen wurden europaweit Themen populärer Zeitungsartikel. In diesen Restaurants erstellte man zuerst den bemerkenswerten Zander Rothermere, den Bakonyer Pilz oder die Pittsburger Kalbsrippe.
Leider verursachte der II. Weltkrieg enorme Schäden am Hotelgebäude, die Donauseite wurde ganz vernichtet, während die Bergseite teilweise ausbrannte. Die Rekonstruktion begann in 1946 an der Bergseite; der Wiederaufbau an der Donauseite wurde erst in 1957 fortgesetzt. Der Donau Raum wandelte sich in 1960 um und der Marmorraum, der Gobelin Raum, der Tee Salon und das Espresso erlangte auch in diesem Jahr sein heutiges Bild.
Das Hotel konnte erneut weltbekannte Gäste empfangen und die Liste ist fast unendlich. Nach dem II. Weltkrieg war der Geiger Yehudi Menuhin der erste berühmte Gast im Hotel. Staatsmänner, wie der amerikanische Richard Nixon, Julius Raab und Bruno Kreisky österreichische Kanzler, der iranischer Schah Pahlavi mit seiner Familie, der nepalesische König, der Dalai-Lama, Kardinal Agostino Casaroli vatikanischer Staatssekretär, der nobelpreistragende Wissenschaftler Heisenberg, der amerikanische Wissenschaftler Sabin, Kirk Douglas, Anthony Quinn, Marina Vlady, Alberto Sordi, Jane Fonda weltberühmte Schauspieler, der Celloartist Pablo Casals, die Geiger Isaac Stern oder Igor und David Ojsztrah, der Klavierspieler Arthur Rubinstein, Carlo Zecchi, Gábor Carelli und Roberto Benzi Kapellmeister, der Tenorist Di Stefano, Csuhraj russischer Filmregisseur, der Komponist Dmitri Schostakowitsch und heutzutage Andrew Lloyd Webber oder Vilmos Zsigmond, der oscargekrönte ungarische Kameramann übernachteten schon in dem Hotel Gellért.
Bis zu den siebzigen Jahren hatte das Hotel Gellért eine der bedeutendsten Rollen im Fremdenverkehr. In diesen Jahrzehnten kämpfte das Hotel in der Erziehung und Aufbereitung von Hotelfachleuten vor und führte zahlreiche solche Restaurantdienstleistungen ein, die nach dem II. Weltkrieg als Bahnbrecher in Ungarn zählten. In diesem Hotel konnten die Gäste zuerst mit fremder Währung zahlen, hier stand zum ersten Mal Flugtransfer oder Minibar zur Verfügung der Gäste und im Restaurant der Bierstube verwendete man erstmal das schweizerische Tellerservice.
Im Hotel wurden zwei Dessertspezialitäten bekannt: der in getrockneten Obstsorten reiche Posztobányer Pudding (Gellért Pudding) und die mit zarter Schokoladencreme gefüllte Gellért Rolle. Das geheime Rezept dieser Rolle versuchte man schon mehrmals nachahmen, die echte Leckereien kann man aber weiterhin nur im Hotel Gellért kosten.
Das Gellért Hotel und Heilbad heutzutage
In dem heutigen Gellért Hotel stehen 234 Zimmer zur Verfügung der Gäste. Davon gibt es 13 Suiten, 38 Superior Doppelzimmer, 94 Standard Doppelzimmer, 49 Einzelzimmer mit Badezimmer und 40 Einzelzimmer mit Duschkabine. Die meisten Zimmer liegen an der Donauseite und haben einen Balkon mit atemberaubendem Ausblick auf die Donau.
ADas Betreiben des Hotels und des Bades gehört heute zwei separaten Firmen. Das Hotel bildet das Eigentum der Danubius geschlossenen AG und es ist Mitglied des Brandes Danubius Hotels Classic Collection, der die einzigartige Atmosphäre und die erstrangige Bedienung sichert. Für das Betreiben des Bades und der Schwimmhalle mit den verschiedenen Dienstleistungen in der Heilkunde ist die Heilbäder und -Quellen Budapest geschlossene AG verantwortlich. Die AG hat die Rekonstruktionsarbeiten des in wunderschönem Zustand gebliebenen Bades neuerdings beendet und dank ihrer Tätigkeit konnte das Freiwellenbad und die Wellenterrasse mit einem Thermalbad auch ergänzt werden.
Das Hotel Gellért gehört dem von Touristen meist besuchten und bekannten Orten in Budapest. Die berühmten Fliesen der Zsolnay Firma, die prächtigen Geprängen auf den Säulen des Sprudelbades und die bunten Majolikastatuen sind alle anerkannte, hochgeschätzte Charakteristikeigenschaften des Gebäudes.
Im Heilbad können die Gäste fast alle Heildienstleistungen in Anspruch nehmen (u. a. Balneotherapie, Mechanotherapie, Elektrotherapie oder verschiedene Schlammbehandlungen); das Bad verfügt weiterhin über eine komplexe physiotherapeutische und physikotherapeutische Abteilung und über ein Inhalatorium. Die Hotelgäste können das heilende Thermalbad, die Schwimmhalle, das Freiwellenbad und die Sonnenterrasse frei benutzen.